Ilse

Leider ist unser diesjähriger Urlaub schon wieder vorbei. Schön war’s. Wir waren heuer in Florida und besuchten einen lieben Freund von uns. Dennoch haben wir uns wieder viel angesehen in Florida. Amerika ist wirklich eine ganz andere Welt.

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Das typische Wahrzeichen Floridas sind die frei lebenden Flamingos.

Die Temperaturen:
Ich sage nur, die Luftfeuchtigkeit ist im Sommer so hoch, dass sich sogar meine Schnittlauchlocken zu krausen begannen. Ich bin herumgelaufen wie ein ungeschorenes Schaf ;-)

Gerade im Sommer gibt es fast täglich örtliche Regenschauer und Gewitter. Der Regen ist kein normaler Regen. Wenn schon, dann wie aus Kübeln. Und der Regen ist total warm. Der Regen dauert gerade mal 1/2 – 1 Stunde. Danach kommt sofort die Sonne wieder durch und dann beginnt es zu dunsten. Nach nochmal einer Stunde sind die Straßen schon wieder abgetrocknet. Lediglich ein paar Pfützen sind noch zu finden. Schirm mitnehmen im Sommer ist daher nie verkehrt :-) Die schönste Jahreszeit in Florida ist der Winter/ Frühling zwischen Februar und April. Aufgrund eines schulpflichtigen Kindes mussten wir jedoch auf den Sommer ausweichen, was aber auch wieder nicht so schlimm war, wie wir festgestellt haben. Lediglich das Wetter ist im Winter stabiler und die Luftfeuchtigkeit nicht so extrem. Die Temperaturen sind um eine Spur kühler und das Wasser ist nicht ganz so warm. Denn das Meer hatte bei uns schon Termalbadtemperaturen.

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Das Land:
Das Land ist so weitläufig. Gerade in Florida ist eher alles eben. Unser Freund meint immer, die höchsten Berge in Florida sind die Müllberge. Bei den Häusern gibt es aufgrund des vielen Wassers – Atlantik, Golf von Mexiko, Everglades, Grundwasser aufgrund der niedrigen Höhe – kaum Keller. Wenn dann wird daneben einfach eine Wirtschaftsgebäude gebaut :-). Wenn die Floridianer nicht müssen, dann bauen sie keinen zweiten Stock. Das heißt man sieht sehr viele Bungalows. Lediglich an der Küste oder bei den Kanälen ist das Land teurer, da wird dann schon mehrstöckig gebaut. Ja und wenn mehrstöckig gebaut wird, dann sind die Wolkenkratzer wirkliche Wolkenkratzer. 50 und mehr Etagen sind zB in Miami keine Seltenheit.

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Außerdem ist der kleine Bundesstaat ansich schon so vielfältig in seiner Landschaft. Die Keys (das ist die südlichste Inselkette der USA) sind schon sehr karibisch angehaucht. Weißer Muschelstrand mit Kokospalmen. Daneben den Sonnenaufgang auf der Atlantik-Seite und den Sonnenuntergang auf der Golf-Seite.

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Nördlich davon schließen die Everglades an. Das ist ein sehr weitläufiges Süßwasser-Sumpf-Gebiet. Wobei das Wasser trotzdem in Bewegung ist. Dort leben auch die bekannten Aligatoren. Da die Menschen sich immer weiter von der Küste Richtung Everglades ausbreiten, kommen die Gatoren auch schon in besiedeltes Gebiet. Es ist daher keine Seltenheit in sehr westlich gelegenen (von der Atlantikküste aus gesehen) Wohngebieten Aligatoren zu sichten.

 

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Nördlich der Glades gibt es viel Land und mehrere Seen. Das Wetter dort ist schon  etwas stabiler und es regnet nicht immer jeden Tag. Ganz im Norden Floridas kann es im Winter sogar sehr kalt werden.

Die Temperaturen bewegen sich auch ganz im Süden nicht viel mehr als bis zu 34°C. Es ist schon sehr warm, durch den Wind vom Meer und der Luftfeuchtigkeit, lässt es sich aber super toll aushalten.

Die Straßen:
Die Straßen sind sehr, sehr breit. Es ist keine Seltenheit eine Autobahn mit 6 Spuren in eine Richtung plus Pannenstreifen zu finden. Und die LKWs sind Kraftprotze. Die fahren nicht viel langsamer als die normalen PKWs. Es ist keine Seltenheit, dass einem ein LKW links und dann noch ein LKW rechts überholt. Gefahren wird auf der Lieblingsspur. Sowas wie Rechtsfahrgebot habe ich nicht wirklich erkannt :-) Das Fahren ist aber trotzdem sehr stressfrei. Ein Navigationsgerät ist dennoch sehr hilfreich, denn wer sich verfährt, braucht unter Umständen lange, um wieder umdrehen zu können. Entfernungen spielen keine Rolle.

Es wird alles mit dem Auto erledigt. Ohne fahrbaren Untersatz geht es nicht. Mietauto ist also unumgänglich. Da wir viel Zeit zum Planen und buchen hatten, haben wir natürlich viele verschiedene Autofirmen vergleichen können. Ein Vergleich lohnt sich daher.

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Die Mentalität:
Es gibt sehr viele Einwanderer, gerade aus Südamerika. Das heißt, man begegnet sehr vielen verschiedenen Mentalitäten. Durchgesetzt hat sich aber der gemütliche südliche (italienische, spanische) Stil. Man hat Zeit. Und es gibt immer und überall Warteschlangen. Während des Wartens wird fest geplaudert und gelacht. So als wäre das Warten schon das eigentliche Event. Wasserflaschen mitnehmen lohnt daher. Bei den diversen Geschäften ist es üblich Tickets zu ziehen und sobald man bzw. die Ticketnummer aufgerufen wird, geht man zu der zuständigen Person. Beim Käseeinkauf ist mir das passiert. Ich wartete und wartete und keiner hat mir Aufmerksamkeit geschenkt. Nach Nachfrage hat man mir dann erklärt, was zu tun war. Ups.

Gastronomie:
Es gibt für Jeden etwas. Von Fastfood bis zu den edelsten Restaurants. Aufgrund der Vielzahl ist es aber sehr schwierig, die richtigen Restaurants zu finden. Mit unserem Freund, hatten wir Gott sei Dank einen perfekten Restaurantführer, so dass es für uns einfach war, das richtige Restaurant zu finden. Ansonsten hilft mittlerweile das liebe Internet sehr gut weiter. Mit Tripadvisor haben wir uns auch mal selbständig gute Locations gsucht. Wenn man in ein Restaurant geht, auch bei vielen Fasstfood Restaurants, muss man zuerst an den Counter und dort teilt einem die Hostess dann einen entsprechenden Tisch zu. Daher auf KEINEN Fall selber Platz suchen. Im Zweifel an der Türe stehen bleiben. Es wird einem geholfen :-)

So etwas wie österreichische Sitz-Gemütlichkeit gibt es nicht. Nach dem der letzte Teller abserviert wurde, kommt schon die Rechnung. Da die Kellner in Amerika sehr wenig Grundgehalt bekommen, ist es üblich Trinkgeld zu geben. Zwischen 10-25% des Gesamtbetrages. Manchmal steht auf der Rechnung schon der Tip drauf. Daher immer die Rechnung prüfen und dann erst das Trinkgeld dazu schreiben. Wir gaben in der Regel 15% Trinkgeld her. Für 20-25% war mir der Service dann nicht toll genug. Die Kellner dort sind nicht so gut ausgebildet wie bei uns. Entweder sie stören immer mit ihrer Freundlichkeit, oder sie kümmern sich nicht gut um dich. Drei Teller auf einmal zu Tragen ist oft auch eine sehr schwierige Aufgabe.

Mist auf dem Tisch ist unumgänglich. Ich hasse nichts mehr, als einen unaufgeräumten Tisch. Der Strohhalm ist in jedem Softgetränk drinn, was ja nicht jeder so gerne hat. Der aber ist im oberen Teil meist noch verschlossen, so dass man die Papier oder Plastikhülle noch runterziehen muss. Die Getränke sind sofort tropfnass, so dass die mitgelieferte Serviette sich schon bald in Fetzen auflöst. Harte Papp-Untersetzer gibt es nicht. Zum Essen werden Unmengen an Servietten mitgeliefert. Salz, Pfeffer gibt es oft nur in Papiertütchen. Es wird dort ziemlich viel mit den Fingern gegessen. Danach kommt noch der Kaffee, da gibt es dann noch viele Zuckersäckchen und Milchpäckchen. Abgeräumt wird der ganze Mist aber nicht immer sofort, sondern gerne auch erst zum Schluss mit den letzten Tellern. :-(

Kinderfreundlichkeit:
Der Amerikaner ist ein Kinderfreund. Egal wo man hinkommt, für die Kinder ist immer gesorgt. Sei es mit einer eigenen Kinder-Speisekarte, Stifte, Malbögen oder Spieleecken, … Wer ein Einsatzfahrzeug fotografieren will, der hat mit Kindern eine gute Chance, dass die gesamte Einsatz-Beleuchtung eingeschalten wird, noch bevor man überhaupt fragt, ob man fotografieren darf. Die Christbaumbeleuchtung zuhause ist da ein Klacks dagegen.

Sehenswürdigkeiten:
Alte Häuser gibt es in Florida nur sehr, sehr wenige. Nach dem es so ziemlich der letzte Bundesstaat war, der überhaupt entsprechend besiedelt wurde. Ich glaube, dass es kaum ein Haus gibt, dass älter als 150 Jahre ist. Es gibt dennoch sehr viel zu besichtigen.

Ganz im Süden natürlich die Keys. Das ist eine sehr schöne Inselkette mit über 200 durch eine Straße zusammenhängende Kette aus Koralleninseln, auf der auch Ernest Hemingway gelebt hat.

Die Everglades sind immer einen Ausflug wert. Entweder zu Boot (Hoovercraft) oder auch im Everglades Park zu Fuß. Vorsicht Gelsenmittel mitnehmen.

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Miami besticht durch seinen wunderschönen Strand samt Rettungsschwimmerhüttchen und dem daneben befindlichen Ocean Drive, der Prominiermeile und Clubmeile der Promis und VIPs.

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Dort lässt es sich am Abend wunderbar abfeiern. Die Gebäude des Ocean Drive sind im Art Deco Stil gehalten und – Gott sei Dank – in den letzten Jahren auch wieder in diesem Stil restauriert und rückgebaut worden. Am Ocean Drive steht auch die Versace Villa, vor deren Toren Gianni Versace, ein bekannter Modedesigner, 1997 erschossen wurde.

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In einem ehemaligen Fabriksviertel haben sich nun Künstler aller Art angesiedelt und die Hauswände dazu noch künstlerisch gestaltet. Das Wynwood-Viertel ist ein wahrer Augenschmaus.

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Orlando ist bekannt durch die vielen Freizeitparks die sich um den Internationaldrive grupieren. Disney World hat alleine 4 Parks (Magic Kingdom, Epcot, Hollywood Studios und Animal Kingdom), sie liegen ein bisschen weiter weg vom I-Drive. Wobei ein Park an einem Tag fast nicht zu schaffen ist. Die Universal Studios sind auf 2 Parks geteilt, verbunden durch einen gemeinsamen City Walk. Sea World hat neben seinem Hauptpark, einen Aquatica Wasserpark und Discovery Cove. Daneben gibt es noch mehrere kleinere Freizeitparks, und und und.

In Florida leben auch Indianer (die Seminolen). In deren Regionen kann sogar dem Glückspiel gefrönt werden, denn im Rest des Staates gibt es von gesetzeswegen kein Glückspiel.

Wer also einen Urlaub in Florida plant hat die Qual der Wahl. Es gibt so viel zu erleben und entdecken.

Wir waren natürlich in den Keys, denn das karibische Flair ist einfach der Hammer. Dort waren wir auch Delfinschwimmen. Es ist ein einzigartiges Erlebnis, kann ich nur sagen.

Dann waren wir auch in Miami. Ich liebe Miami. Es ist ein Schmelztiegel aus so vielen Kulturen und der Ocean Drive mit seinen Art Deco Häusern und den vielen Clubs einfach Wahnsinn. Miami Vice, wer das noch kennt, lässt grüßen. Das war eine Krimiserie in den 1980ern.

Und natürlich noch in Orlando. Wir haben uns einen der Disney Parksm das  Magic Kingdom extra für unsere Tochter, angesehen. Dort war sie im Schlaraffenland. Höhepunkt war natürlich das Meet and Great mit Elsa und Anna aus dem Film „Die Eiskönigin“. Das allabendliche Feuerwerk war atemberauschend und die „Electric Parade“ einfach nur Wahnsinn.

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Am nächsten Tag waren wir in Sea World. Diese Parks wären einen eigenen Bericht wert. Es gibt von jedem Park alleine schon so viel zu erzählen. Amazing.

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Und zu guter Letzt haben wir natürlich bei dieser Hitze einen der vielen Wasserparks besucht. Die sind sowas von riesig und nochmals riesig. Der Wasserpark Rapids in West Palm Beach zB hat an die 50 verschiedenen Rutschen. Bei einer Reifenrutsche kann man zB gleich einmal zu viert runterdüsen. Es gibt sogar eine Wildwasser Rafting Rutsche wo das Schlauchboot bis zu 6 Personen fasst. Echt Wahnsinn.

Dazwischen war Shopping in der Sawgrass Mills Mall, Baden, Grillen und Treffen mit Freunden, gut Essen gehen, Villen schauen fahren und einfach Amerika erleben angesagt.

Das war’s dann auch schon wieder von Florida und wir mussten uns auf den Heimweg machen.

Uff das war aber jetzt ein sehr langer Bericht, dabei habe ich noch nicht mal annähernd etwas Genaueres berichtet. Es werden wohl einige weitere Berichte in den nächsten Tagen dazu kommen.

See you soon Florida.