Ilse

Letztens stand ich im Supermarkt in der Gemüseabteilung von einer Packung kleiner Chicorees. Was kann man damit eigentlich machen außer Salat, den ich gar nicht mag :-( Hm. Warum nicht doch einmal einen Versuch wagen und irgendetwas damit zaubern? Ich kaufte mir daher diese Packung, denn wenn ich sie einmal zuhause habe, dann muss ich auch etwas damit machen :-) So nun was mache ich damit? Einmal Wiki befragen, was Chicoree nun alles kann. Chicoree kommt aus Belgien und wird dort und in Frankreich sehr gerne gedünstet gegessen. Bei uns eher roh und kalt als Salat. Na wenn die Belgier den gerne gedünstet essen, dann gibt es sicher auch ein Rezept dazu.

Belgien? Melli von der tomateninsel.de ist doch gerade in diesem Monat mit ihrer vegetarischen Weltreise in Belgien. Da schlag ich doch gleich 2 Fliegen mit einer Klappe. Also auf zur Rezeptsuche.

Vegetarische Weltreise - BelgienKurz gesucht und dann fand ich etwas ganz tolles. Brüsseler Spitzen so ein sehr gängiges und beliebtes Rezept in Belgien. Ich dachte immer, das wären geklöppelte Deckchen. Bei den Original Brüsseler Spitzen werden die Chicorees gedünsten, mit Kochschinken umwickelt und mit Käse überbacken. Hm, das passt nicht so ganz zu Melli. Also gibt es bei mir eine vegetarische Abwandlung der Brüsseler Spitzen.

Bruessler Spitzen vegetarisch-0004

Zutaten für 2 Personen:
4 kleine Chicorees,
100g Blattspinat TK,
100g Feta-Käse,
1 Glas (250g) eingelegte Schwammerl (Pilze),
100ml Gemüsebrühe,
100ml Schlagobers (Sahne),
2-3 Zehen Knoblauch,
etwas Öl zum Anbraten,
Zitronensaft,
Salz, Pfeffer, Muskatnuss (gemahlen);

Zubereitung:
Den Ofen auf 170°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Chicorees halbieren und großzügig den Strunk keilförmig heraus schneiden. Dann die Chicorees in eine Rührschüssel mit Wasser geben, etwas Salz dazu und einen Schuß Zitronensaft darüber geben und die Chicorees mindestens 10 Minuten darin baden lassen, damit sie noch eventuelle Bitterstoffe verlieren.

In der Zwischenzeit etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und 1-2 Zehen gepressten Knoblauch darin anschwitzen lassen, danach den tiefgekühlten Blattspinat dazu geben und erwärmen. Wer frischen Blattspinat hat, den vorher kurz in heißem Wasser blanchieren und gut ausdrücken. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.

Die Chicorees aus dem Wasserbad holen gut abtropfen lassen und in eine ofenfeste Auflaufform schichten, dann die Spinatmasse darüber geben. Feta in Würfel schneiden und ebenfalls auf den Spinat streuen.

Nun die Sauce zubereiten. Dazu wieder etwas Öl in der Pfanne erhitzen und den restlichen Knoblauch anschwitzen lassen, dann die kleingeschnittenen eingelegten Schwammerl dazu geben und weiter dünsten lassen. Zum Anschwitzen kann aber auch gleich das Öl der eingelegten Schwammerl genommen werden. Danach die Gemüsebrühe und die Sahne hinzugeben und ca. 5 Minuten leicht köchelnd einreduzieren lassen. Mit Salz und Pfeffer gut abschmecken. Die Sauce nun über den belegten Chicoree geben und für ca. 30-40 Minuten im Ofen schmoren lassen.

Wer mag kann entweder gekochten Reis oder -so wie wir- Kartoffel dazu schmausen. Ich habe die Kartoffel geschält, halbiert und kurz in Salzwasser vorgekocht und dann die letzten 10 Minuten mit zu den Chicorees in den Ofen gegeben. Ich weiß nicht, ob die Kartoffel in der Zeit sonst durch geworden wären.

Das Rezept eignet sich entweder für 2 Personen als Hauptspeise oder für 4 Personen als Beilage zum Beispiel zu kurz gebratenem Fleisch.

Tipp: Die Chicorees schön lange baden lassen, damit sie wirklich alle Bitterstoffe verlieren. Gedünstet schmecken sie ein klein wenig nach Spargel. Die Kombination mit Spinat, Feta und Schwammerln war extrem köstlich muss ich sagen. Wer keine Pilze mag, der kann auch zum Beispiel Lauch oder Zwiebel anbraten oder aber auch eine Sauce mit Tomaten machen. Das Gericht lässt sich sehr vielseitig abwandeln. Ich bin auf jeden Fall begeistert davon.

Anmerkung: Chicorée schreibt man mit Akzent. Der Einfachheithalber habe ich diesen beim Schreiben aber weggelassen. (Faulheit lässt grüßen)