Ilse

Heuer bin ich voll auf den Geschmack der Kräuterverarbeitung gekommen. Ich liebe es. Die Kräuter kosten nichts, sind gesund und auch ich komme vorher raus in die Natur. Im Moment ist gerade Waldmeister Zeit. Ich habe bis vor kurzem noch nie etwas von Waldmeister gehört.

Waldmeister gehört zur Gattung der Labkräuter, enthält etwas Cumarin (kann giftig sein) und ist blutgerinnungshemmend. Somit ist es hervorragend geeignet gegen Kopfschmerzen. Zu viel des Guten kann aber auch wieder Kopfschmerzen verursachen. :-) Es ist auch entzündungshemmend und krampflösend und es werden ihm auch beruhigende und schlaffördernde Wirkung zugeschrieben.

Zu den 1. Mai Feierlichkeiten wird der Waldmeister gerne für eine Waldmeisterbowle verwendet, die auch als Liebestrank gilt. Ob vom Waldmeister oder vom Alkohol, das ist nicht wirklich einwandfrei zu sagen. :-)

Somit habe ich beschlossen Waldmeistersirup anzusetzen. Der kann dann für verschiedene Süßspeisen, für die Likörherstellung oder bei einer Bowle zum Einsatz kommen. Der Sirup hält sich auch bei dunkler, kühler Lagerung einige Monate, da habe ich dann genug Zeit verschiedene Sachen auszuprobieren.

Ich machte mich daher auf die Suche nach Waldmeister. Eine liebe Freundin zeigte mir den Waldmeister zufällig am Straßenrand stehend. Die Mädels (meine Tochter samt 3 Freundinnen) und ich machten uns dann auf in den Wald und sammelten einen ganzen Sack (natürlich aus Papier) voll des Kräutleins. Kräuter soll man nie in einem Plastiksack geben, sondern immer in einem Papiersack oder in einer Pappschachtel nach Hause tragen.

Den Waldmeister findet man in der Nähe von Bächen in lichtdurchfluteten Laubwäldern.

Waldmeister-0001

Zuhause zupfte und wusch ich den Waldmeister und legte ihn zum Trocknen auf Küchenpapier aus. Zur Sirupherstellung soll der blühende Waldmeister genommen werden. Die Kräuter habe ich dann über Nacht bis zum späten Vormittag gut trocknen und abwelken lassen (sollte ca. 12-24 Stunden lang erfolgen). Durch das Welken kann sich das  typische Aroma besser entfalten.

Zutaten:
60g Waldmeister,
400g Zucker,
1 Liter Wasser,
2 Zitronen;

Zubereitung:
Aus dem Wasser und dem Zucker wird der Sirup aufgesetzt. Hierzu beides zehn Minuten lang köcheln lassen, bis der Sirup klar ist. Anschließend kommen die Waldmeisterblätter hinein. Dazu kommen die in Scheiben geschnittenen Zitronen. Diesen Ansatz für 24 Stunden stehen lassen. Danach die Blätter und die Zitronen herausnehmen, alles noch einmal aufkochen und in saubere, keimfreie Flaschen oder Gläser füllen.

Wem die Farbe nicht intensiv genug ist, kann mit grüner Lebensmittelfarbe nachhelfen. Lebensmittelfarbe gibt es als Pulverform in jeder Apotheke. Es gibt sogar die Farbe „Waldmeistergrün“. Wie passend für diesen Sirup :-)

Waldmeisterlikör aus Waldmeistersirup kann man später super schnell zusammenrühren, da kein Ansatz mehr notwendig ist.

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Zutaten:
1 Teil Waldmeistersirup,
2 Teile Apfelsaft,
2 Teile Wodka;

Zubereitung:
Alle Zutaten in eine geeignete Falsche füllen und gut vermischen. Dieser Likör ist jedoch nur 1 Woche im Kühlschrank haltbar. Aber ich glaube, dass er keine Woche alt werden wird.

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Wer aber Waldmeisterlikör ansetzen möchte, der geht wie folgt vor:

Zutaten:
20 Waldmeisterstängel,
200g Zucker,
1 Liter klarer Schnaps (zB Korn);

Zubereitung:
Die Waldmeister-Stängel in ein bauchiges großes Glas geben, den Zucker darüber geben und mit Schnaps auffüllen. Am nächsten Tag das Ganze in eine frische Flasche abseihen und gut verschließen. Die Flasche nun für 3 Wochen warm stellen. Nicht in die Sonne stellen! Danach ist der Likör fertig.

Dieses Rezept wartet noch auf seine Erprobung. Heuer bin ich mit Rezept 1 und 2 durchaus eingedeckt :-)